25. November 2025

Gewalt gegen Frauen: Ein strukturelles Problem, das uns täglich begegnet.

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages „Gegen Gewalt an Frauen“ (25. November) möchten wir auf ein Thema aufmerksam machen, das uns bei HORIZONT jeden Tag begegnet.

Viele der Frauen, die zu uns kommen, sind aufgrund von Gewalt wohnungslos geworden – ein Fakt, der oft unsichtbar bleibt.
Zu diesem wichtigen Thema fand am 6. November im hauseigenen Spagat Theater der Auftakt zu unserer HORIZONT Dialogreihe statt. Unter der Moderation von Tina Gentner, Journalistin (u. a. BR), diskutierten Dr. Susanne Kaiser, Journalistin und Autorin, Dr. Corina Toledo, Politikwissenschaftlerin und Vorsitzende des Vereins Frau-Kunst-Politik, sowie Maike Bublitz, Diplom-Pädagogin und Geschäftsführerin des Frauennotrufs München, gemeinsam mit HORIZONT-Gründerin Jutta Speidel über die Ursachen, Strukturen und Perspektiven im Kontext von Gewalt gegen Frauen.

Auch die Rolle von Männern als aktiver Teil der Lösung wurde betont
„Sie müssen aktiv mit einbezogen werden. Frauenfeindliche Strukturen werden praktisch heute noch hegemonisch von den Männern dominiert und kontrolliert“, sagte Dr. Corina Toledo.Die Expertinnen machten deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern strukturell verankert. Gewalt gegen Frauen beginnt nicht erst bei körperlichen Übergriffen. Das zeigt leider auch das jüngste Beispiel mit Dunja Hayali – die Tagesschau-Moderatorin sah sich mit tiefstem Hass im Netz konfrontiert. „Die Zahlen zu digitaler und sexualisierter Gewalt steigen – das sind keine Einzelfälle, das hat System“, betonte Dr. Susanne Kaiser. Ein besonders klarer Moment entstand durch das Statement von Maike Bublitz: „Nur ein Prozent der tatsächlich verübten Vergewaltigungen wird in Deutschland auch verurteilt.“ Sie forderte ein konsequentes Ende von Victim Blaming und den Fokus auf diejenigen zu richten, die die Verantwortung tragen – die Täter.

„Männer müssen mehr Verantwortung übernehmen – Gewalt gegen Frauen ist ein Männerproblem“, bestätigte Maike Bublitz. Sie ergänzte, dass Männer sich an die Seite all jener stellen sollten, die sich für ein Ende männlicher Gewalt einsetzen, und aktiv Teil der Lösung werden müssen. Ein Blick ins Publikum bestätigte den Handlungsbedarf: Unter den rund 50 Gästen waren lediglich zwei Männer.
Der Abend hat gezeigt, wie notwendig der Austausch ist. Unser Format wird 2026 fortgeführt und mit Themen aus unserem HORIZONT Alltag weiter vertieft.
Wir danken allen Expert*innen und Beteiligten für die wertvollen Impulse.

Sie sind von Gewalt betroffen oder ihr Umfeld benötigt Beratung?
→ Frauennotruf München: 089 – 76 37 37